Oscars für erfolgreiche Absolventen - Abschlussfeier

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Wertheim – „Es ist so schön, wieder hier zu sein“, freute sich Realschulkonrektorin Verena Tenzer beim Blick in die zum Thema „Hollywood und Walk of fame“ bunt geschmückte Main-Tauber-Halle. Nach zwei Jahren Pandemiepause konnte die Comenius-Realschule ihre Absolventen aus sechs Realschul- und einer Hauptschulklasse wieder in feierlichem Rahmen verabschieden. Dabei konnten sich die Ergebnisse sehen lassen. Schulbeste war Emily Ullrich mit einem Gesamtdurchschnitt von 1,1. Und noch etliche weitere Schülerinnen und Schüler erhielten Preise und Lobs für herausragende Leistungen.

Der Abend wurde von den beiden begabten Musikerinnen Laura Gennaro und Fiona Brunner aus der Klasse 10s mit dem Stück „Read all about it“ mit Gesang und Klavierbegleitung eröffnet. Später präsentierten sie noch „Stay“ von Rihanna.

In ihrer Rede betonte Schulleiterin Katrin Amrhein, dass dies ein Tag voller Emotionen sei. Da würden sich Freude und Stolz mit Abschiedsschmerz mischen. Sie erinnerte an die prägenden Jahre der Schulzeit, in denen die Identität ausgebildet werde. „Wir haben euch ein Regelwerk gegeben, dass vielleicht für euch nicht immer angenehm war, aber half, gesellschaftsfähig zu werden“, zeigte sie eine der Aufgaben der Schule im Prozess des Erwachsenwerdens auf. Dabei seien immer Menschen da gewesen, die es gut mit den Schülern gemeint hätten. „Das wünsche ich euch auch für die Zukunft“, rief sie ihren nun ehemaligen Schützlingen zu. Und gratulierte: „Ihr habt euch den Walk of fame in Hollywood als Thema gewählt. Heute ist das Abschlusszeugnis euer Oscar. Und das ist viel mehr wert als ein echter Oscar.“ Sie erklärte den Absolventen, dass sie das Glück hätten in einem Land mit Chancen und Freiheit zu leben, das dies aber auch Verantwortung bedeute. Der abschließende Appell der Schulleiterin: „Macht was draus!“

Für die große Kreisstadt gratulierte im Namen des Oberbürgermeisters der ehrenamtliche Bürgermeister-Stellvertreter Bernd Hartmannsgruber. Er forderte die Abgänger auf, sich ins Leben zu stürzen, getreu eines englischen Sprichworts: „Das Leben ist ein Abenteuer, keine geführte Tour“ Er lud die Jugendlichen ein, Erfahrungen in der Ferne zu machen, um den Horizont zu erweitern, aber dann vielleicht in die Heimat zurückzukommen. Hartmannsgruber wies besonders auf die Chancen im Handwerk, aber auch in den Betrieben der Region hin.

Der Vertreter des Gesamtelternbeirats, Boris Kellner wandte sich vor allem an die zahlreichen Eltern im Saal: „Jetzt ist es an der Zeit loszulassen. Manche Fehler müssen gemacht werden. “ Die jungen Leute müssten nun ihre eigenen Entscheidungen treffen und selbst entscheiden, ob sie zu ihrem Ziel den geraden Weg oder die Panorama-Route wählen.

„Wenn ich in früheren Jahren das Ablaufdatum Juli 2022 auf meinem Schülerausweis gesehen habe, dachte ich immer, das ist noch so lange hin, und jetzt ist es wahr und wir stehen hier“, beschrieb Schülersprecherin Havin Caglayan ihre Emotionen. Sie bedankte sich bei den Lehrern und Eltern für die Unterstützung. „Natürlich ist der Abschied traurig, aber Erleichterung und Stolz lassen das vergessen.“

In zwei Blöcken vergaben die Klassenlehrer gemeinsam mit der Schulleiterin die Zeugnisse. In sechs Klassen wurde der Realschulabschluss erreicht. Erstmalig wurde auch eine Klasse mit Hauptschulabschluss in diesem feierlichem Rahmen verabschiedet. Diese Abschlussmöglichkeit gibt es an der Realschule seit drei Jahren, daher gab es bisher noch keine Gelegenheit.

Mit passenden Musikstücken, lustigen, aber auch sehr emotionalen Rückblicken auf die vergangenen Schuljahren und kleinen Präsenten verabschiedeten sich Lehrer und Schüler voneinander. Man merkte die Verbundenheit und Herzlichkeit, die zwischen ihnen herrschte, auch wenn alle Klassen zugaben, dass es durchaus „nicht immer einfach mit ihnen“ gewesen sei.

Für Stimmung nach der Pause sorgte die Einlage der Tanz-AG unter Leitung von Corina Grimm, die mit viel Spaß, Körperbeherrschung und Ausdruckskraft den Schulalltag choreografisch darstellte.

Gemeinsam mit Frank Theobald vom Förderverein der Realschule wurden die Preise für einen Schnitt bis 1,9 und die Lobs für einen Schnitt zwischen 2,0 und 2,2 vergeben. Der Förderverein zeichnete zusätzlich die Schulbesten aus. Neben Emily Ullrich waren dies mit einem Notenschnitt von jeweils 1,2 Leoni Bundschuh, Carolin Holaj, Lara Fischer und Jana Großmann.

Abschließend bedankte sich Tenzer bei dem Organisationsteam rund um die Realschullehrer Daniel Schäfer und Katharina Muth sowie den Eltern der neunten Klassen, die traditionell die Bewirtung übernehmen. Und noch jemand wurde in diesem Rahmen verabschiedet: Der langjährige Konrektor Dieter Fauth, der zum Ende des Schuljahres in Ruhestand geht. Amrhein lobte sein unermüdliches Engagement: „Er war in all seinen Dienstjahren nicht einen Tag krank.“ In den vergangenen drei Jahren, in denen sich andere geistig schon langsam in den bevorstehenden Ruhestand verabschieden würden, habe Fauth nochmals Vollgas gegeben und als kommissarischer Schulleiter die Werkrealschule Urphar-Lindelbach erheblich vorangebracht.

Mit viel Applaus für den scheidenden Pädagogen endete eine rundum gelungene Feier.

Nadine Schmid

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